Im Archiv finden Sie die letzten Ausgaben des Grenzgänger-Infoblattes.

Das Bundesministerium für Finanzen veröffentlicht im Formular L17b Jahr für Jahr den jeweils für ein Steuerjahr gültigen CHF-Umrechnungskurs.

Der Kurs für 2015 wurde mit 0,922371 EUR/CHF festgelegt und liegt somit um 13,74% höher als noch 2014.

Wer sich nicht nach der Freigabe des Frankenkurses im Jänner 2015 nicht um eine Erhöhung der vierteljährlichen Steuervorauszahlung gekümmert hat muss deshalb mit einer empfindlichen Steuernachzahlung rechnen.

Viele Grenzgänger führen einen Vorbezug aus ihrer Pensionskassa (2. Säule – BVG) durch zum Zwecke der Wohnraumbeschaffung. Seit 2001 galt infolge eines Ministerratsbeschlusses bis anhin die Regelung dass 1/3 hiervon steuerfrei ist und der Rest in der Progression zum Einkommen hinzugezählt wird.

Jetzt jedoch gilt dies nicht länger! Die Finanz zählt nunmehr den gesamten Vorbezug zum Einkommen hinzu, so es eine Wahlfreiheit für den Bezug gab, was bei den meisten heissen dürfte, dass sie zusätzlich 50% von 1/3 des Auszahlungsbetrages an Steuerlast tragen müssen.

Nicht genug dessen – da das entsprechende Urteil des VwGH auf welches die Finanz nun ursächlich agiert von Mai 2012 datiert, steht zu befürchten dass die Finanzämter nun auch Fälle dementsprechend rückwirkend aufrollen und Steuernachforderungen stellen. Das BMF argumentierte letztens damit, dass dieses Urteil allen Grenzgängern und Steuerberatern automatisch bekannt sein müsse, obschon die Finanzämter augenscheinlich selbst 3 Jahre zur Kenntnisnahme benötigten. Der vgv bemüht sich zumindest diese Rückwirkung hinfällig zu machen, da sie nicht nur die subjektive Rechtssicherheit der betroffenen untergraben würde sondern auch den Vorarlberger Steuerberatern zuhauf Versicherungsfälle einbringen dürfte.

Wer aktuell plant z.B. CHF 200’000 aus der Pensionskassa zu beziehen muss demensprechend nun mit ca. CHF 30’000 mehr an Steuern rechnen, als ihm dies sein Steuerberater kalkuliert hatte. Anstatt einem Gesamtsteuersatz von 33% auf den Vorbezug wie bis anhin haben wir es nun mit 50% zu tun – eine schlappe Erhöhung der Steuerlast auf den Vorbezug um 66%. Dies kann eine harte Kalkulation beim Hauskauf durchaus durcheinanderbringen. Wir ersuchen alle Grenzgänger darum um Vorsicht bei ihrer Berechnung – rechnen sie den Worst Case ein!

Mehr Details zur Causa und der Argumentation des vgv in der nächsten Ausgabe unserer Mitgliederzeitschrift.

Noch nicht Mitglied? Dann ist es höchste Zeit! Die Arbeiterkammer ist nicht für Grenzgänger zuständig. Der vgv ist die einzige kompetente und zudem überparteiliche Interessenvertretung für Grenzgänger. Werden sie Mitglied.

Nahezu jeder Grenzgänger hat in jüngster Zeit Kommentare kassiert zu seinem plötzlichen Lohnzuwachs aufgrund des Entscheids der SNB anstatt des fixierten Wechselkurses von CHF 1.20 zum Euro nunmehr einen neuen stabilen Wechselkurs (derzeit bei ca. CHF 1.07) zu etablieren. Hierbei handelt sich um einen Wechselkurszuschlag von 12% zum Einkommen welcher jedoch zu bis zu 50% in die Kassa des BMF in Wien fliessen wird. De facto ergibt sich also lediglich ein Gewinn von ca. 6% für die Grenzgänger beim Umtausch ihres Gehalts. Angesichts der Tatsache dass Grenzgänger ansonsten oft generell leicht unterbezahlt wurden also kein Grund für akute Neidreflexe. Kommt hinzu, dass Schweizer wie Liechtensteiner bei Einkäufen im nahen Österreich und Deutschland die Mehrwertsteuer auf ihren Einkauf zurückerstattet bekommen. Hiervon kann man als Vorarlberger Grenzgänger nur träumen. So wohnen die privaten Profiteure des aktuellen Geschehens auch jenseits des Rheins und stimmen beim wöchentlichen Einkauf mit dem Lenkrad ab.

Die aktuellen Sorgen jedoch einen Grenzgänger, Schweizer und Liechtensteiner gleichermassen. Die derzeitige Misere trifft vor allem Betriebe, welche hohe Personalkosten und einen starken Kundenkreis im Eurogebiet ihr eigen nennen. Infolge nicht getätigter Währungsabsicherung – das Versprechen der SNB liess dies unnötig erscheinen – schlug der nun volatile Eurokurs sofort auf die Erfolgsrechnungen durch und lässt viele Firmen grübeln, welche Zukunftsaussichten sie ihren Aktionären / Gläubigern bei der jährlichen Bilanzlegung präsentieren sollen. Was liegt näher als mit einer sofortigen Kostenreduktion zu punkten. Um jedoch an Prozesse heranzugehen und zu rationalisieren braucht man Zeit und Investitionen. Beides sind aktuell rare Erscheinungen in der Schweizer Wirtschaft. Eine weitere Möglichkeit stellt die Umstellung von Lieferanten auf die Bezahlung in Euro dar. Dies hatte man jedoch schon bei der letzten Wechselkurskrise ausgereizt und verschiebt somit, so es Schweizer Zulieferer trifft, die Misere nur zum nächstschwächeren Glied mit der geringeren Wertschöpfung. So sind es auch genau solche Betriebe, welche sich gezwungen sehen sofort die Personalkosten zurückzufahren.

Leider kommen bei derart notleidenden Betrieben dann teils brachial wirkende Methoden und haarsträubende Argumentationen zum Einsatz. Die Sozialpartnerschaft – einer der wichtigsten Standortvorteile der Schweiz – wird hierbei bewusst über Bord geworfen. So dann zeitgleich ausländische Aktionäre nach einer höheren Frankendividende auf ihr investiertes Geld pochen, kommt einem der Halbsatz „nach mir die Sintflut“ in Erinnerung. Unternehmen welche sich mehrheitlich im Familienbesitz befinden bestechen in diesem Umfeld zumeist durch ihre weitsichtige Herangehensweise, welche eben nicht von kurzfristiger pekuniärer Panik beseelt ist.

Ein Basler Betrieb aus der Medizinaltechnik war besonders naiv ehrlich und äusserte in der Nachrichtensendung 10vor10 des Schweizer Fernsehens das Bestreben den Grenzgängern „freiwillig“ einen geringeren Lohn in Euro zu bezahlen zu einem fixierten Wechselkurs. Man sprach im Interview ehrlicherweise vom dann sicher vorhandenen Gruppendruck auf die zuvor angesprochene „Freiwilligkeit“ der Grenzgänger. Ob bei der „Gruppe“ an eine Abordnung der Geschäftsleitung oder an die Schweizer Kollegen gedacht war wurde im Interview wohlweisslich nicht nachgefragt. Wenige Tage und ein Ultimatum der UNIA Nordwestschweiz später war die Idee vom Tisch und das Kommunikationsdesaster perfekt. Nicht nur dass die Grenzgänger sich geschlossen solidarisch zeigten, die Schweizer Belegschaft tat es auch. Man roch den Braten dass ein Lohndumping ein Vorgeschmack auf Lohnreduktion aller Beschäftigten wäre und dass ein Betrieb unter solchen Umständen nur noch Grenzgänger einstellen wird, so denn diese pauschal um ca. 20% günstiger kämen. Unterdessen haben sich dort in einer Abstimmung 96% der Belegschaft bei einer Beteiligung von 93% für 5% Lohnreduktion für alle Mitarbeitenden ausgesprochen. Kader verlieren noch mehr Salär und Boni.

Es war dieser Basler Firma wohlbekannt dass eine diesbezügliche Änderungskündigung von Grenzgängern welche den Eurolohn verweigern vom Gericht als Rachekündigung gesehen würde, wie dies ja bereits für eine Firma in Dornach/SO vom Kantonsgericht Basel-Land im Jahr 2012 geurteilt wurde. Dies wurde vom Bundesgericht in Lausanne 2013 bestätigt. Während dies in der Romandie allgemein als gesetzt gilt bemühen sich doch einige Betriebe in der Deutschschweiz diesen juristischen Sachverhalt geflissentlich zu übersehen.

Der neueste Clou ist es eine Betriebsschliessung den Grenzgängern in die Schuhe zu schieben, da diese kein Lohndumping mittels Eurolohn akzeptiert hätten. So geschehen bei einer Waggonfabrik im Tessin. Bleibt zu hoffen dass die Tessiner nicht derart abgestumpft sind um auf eine solchermassen perfide Gangart hereinzufallen. Man versucht sich hier unternehmerisch aus der Verantwortung zu stehlen und den bösen Grenzgängern ein Schild um den Hals zu hängen. Das Problem des Tessins ist, dass politisch das Lohndumping durch Grenzgänger seitens der Politik gefördert wurde um italienische Betriebe in die strukturschwache Region zu locken. Solange hiermit nur sozial schwache Schweizer benachteiligt wurden hat man dies akzeptiert. Nun jedoch trifft es auch gut ausgebildete Tessiner und damit ist der strukturelle Schaden perfekt und die Deflationsspirale dreht sich im Schweizer Süden rasant. Dies soll sich in der Deutschschweiz und Liechtenstein nicht wiederholen. Es steht zu hoffen dass aus den Fehlern im Tessin gelernt wird – subito.

 

Neues bei Neustädter

admin —  9. April 2015

Heute ab 13:00 ist unser Obmann Herbert Fechtig zu Gast bei Matthias Neustädter auf Radio Vorarlberg.

In der ORF Radio Vorarlberg-Sendung „Neues bei Neustädter“ geht es am 9. April 2015 um das Thema Grenzgänger – Arbeit im Ausland.

Update: Die Sendung kann im Internet nachgehört werden:

 

Wir empfehlen allen Nutzern von Firmenfahrzeugen das Zollamt in Feldkirch oder Wolfurt zu kontaktieren, Tel. +43 5574 699-569 456. Unter gewissen Umständen ist mit dem Nachweis einer Konformitätserklärung bzw. mit dem Nachweis das das Fahrzeug Europäischen Ursprungs ist, eine zollfreie Einfuhr möglich.
Beim Finanzamt ist auch zu klären inwieweit eine CO2-Abgeabe zu entrichten ist.

 

 

150320 D fh Kfz Benutzung Durchführungsverordnung EU 2015234

150320 D fh Information vom BMF zur neuen Firmenfahrzeugregelung

Das Bundesministerium für Finanzen Informiert dass die Verwendung von drittländischen KFZ in der EU neu geregelt wird.

Mit der Regelung der Verordnung 234/2015, ABI. Nr. L39 vom 14.02.2015 S.13, wird die Regelung dahingehend verschärft, dass das Firmenfahrzeug eines Grenzgängers nur noch für Fahrten zwischen Arbeitsplatz und Wohnort des Beschäftigten oder für die Ausführung einer im Arbeitsvertrag der betreffenden Person vorgesehenen Aufgabe verwenden dürfen, auch wenn im Arbeitsvertrag die private Nutzung vom Arbeitgeber gestattet ist.

Das Fahrzeug darf nicht mehr für die private Nutzung verwendet werden, es ist zollrechtlich nicht mehr erlaubt, wird es darüber hinaus noch verwendet muss es in der EU verzollt werden, in diesem Fall ist der Zoll und die Einfuhrumsatzsteuer vom Zeitwert des Fahrzeuges zu bezahlen.

Mit einem EU1 Ursprungsnachweis das das Fahrzeug in der EU hergestellt wurde ist kein Zoll zu entrichten.

Diese Regelung tritt per 1. Mai 2015 in Kraft.

Wie jeder Grenzgänger bemerkte wurde seitens der SNB der Wechselkurs des Schweizer Frankens mit dem Euro ab dem 15. Jänner nicht mehr bei 1.20 verteidigt wie die letzten Jahre über. Innert Minuten kam es zu massiven Verwerfungen an den Devisen-  und Aktienmärkten. Aktuell verweilt der Franken nun stabil bei einer Parität zum Euro.

Was heisst dies für die Grenzgänger?

Grosse Währungsschwankungen sind Gift – eben auch für die Grenzgänger!

De facto erhielten wir innert Minuten eine Lohnerhöhung von ca. 17% Hiervon geht jedoch etwa die Hälfte an die Finanz. Wir empfehlen den Grenzgängern deshalb entweder den zu erwartenden Betrag der Steuernachzahlung für 2015 anzusparen oder aber die Steuervorauszahlungen an das Finanzamt zu erhöhen.

Es ist zudem damit zu rechnen, dass die Schweizer Firmen schmerzhafte Konsequenzen ziehen müssen sobald ihre aktuelle Währungsabsicherung zum Euro ausläuft. Erste Firmen haben bereits Verlautbarungen an das Aktionariat und die Belegschaft avisiert. Da in manchen Branchen die Löhne einen erheblichen Anteil der Kostenstruktur ausmachen, ist dementsprechend auch mittelfristig mit einer Reduktion der Belegschaft zu rechnen. Dies trifft auch Grenzgänger welche ja nicht in der Schweizer Arbeitslosenstatistik auftauchen und wieder ins Sozialsystem ihres Wohnsitzlandes zurückfallen. Das Arbeitslosengeld fällt in Österreich dann oft wesentlich geringer aus als dies in der Schweiz der Fall ist. Die Höchstbemessungsgrundlage beträgt 4230 Euro. Sie erhalten pro Tag dann EUR 48,30 und kommen im Monat auf unter 1500 Euro.  Dementsprechend empfehlen wir den Grenzgängern ihre Fixkosten im Griff zu behalten, damit sie im Falle einer notwendigen Stellensuche über finanzielle Reserven verfügen.

Einige sich wirtschaftsnah gebende Exponenten aus dem nationalkonservativen Lager schlagen vor den Grenzgängern – und nur ihnen! – den Lohn in Euro auszuzahlen. Selbstredend nicht zum Kurs 1:1 was fatal an den Zwangsumtausch in sozialistischen Ländern erinnert.  Dies ist wiederum ein Instrument der Planwirtschaft welches die obigen Exponenten ansonsten verteufeln – es sei denn sie profitieren selbst dabei. Dieselben Personen wiederum warben für die Einwanderungsinitiative und dem darin enthaltenen Inländervorrang. Selbiger wird aber zielsicher ausgehebelt wenn die Grenzgänger über Nacht 20% günstiger als Arbeitnehmer in der Schweiz kommen. Dies wäre Lohndumping und würde Schweizer Arbeitnehmer im eigenen Land massiv benachteiligen, vom Aufkündigen der Sozialpartnerschaft ganz zu schweigen.

Unseres Wissens nach betreffen Euro-Verträge seit der letzten Krise bereits ca. 500 Grenzgänger in der Schweiz und Liechtenstein. Ein Fall vor dem Kantonsgericht Basel-Land war damals richtungsweisend. Ein Arbeitgeber hatte 6 Grenzgängern eine Änderungskündigung zugestellt und wollte sie zu niedrigeren Eurolöhnen zwingen, welche sie billiger gemacht hätten. Das Kantonsgericht gab den Grenzgängern Recht, da es sich nach OR um eine unzulässige Abwälzung des unternehmerischen Risikos auf die Arbeitnehmer gehandelt hätte. Zudem war auch das Diskriminierungsverbot im Rahmen des Freizügigkeitsabkommens mit der EU tangiert. Wie viele Grenzgänger „freiwillig“ eine Lohnkürzung direkt oder durch Umstellung auf Euro akzeptieren erschliesst sich uns nicht. Statistiken sind hier bis anhin keine zugänglich.

Wir empfehlen den Grenzgängern sich mit obigen Argumenten bewaffnet gegen Sozialneid und eventuelle Forderungen von Arbeitgeberseite zu wappnen.

Wie oben erwähnt – grosse Währungsschwankungen sind Gift – eben auch für die Grenzgänger! (zb)

 

 

Lohnsteuer senken – JETZT unterschreiben!

Liebe Mitglieder,

Die Generalversammlung des Vorarlberger Grenzgängerverbandes findet am 27. Juni 2014 um 18:30 Uhr im Hotel Büchel in Feldkirch statt.

Aktuelle Themen

  • Aktive – Änderung Quellensteuersätze Kanton SG
  • Aktive – Härtere Gangart bei Dienstwagen
  • Aktive – Für und wieder VGKK vs. Privatversicherung
  • Aktive – Besteuerung BVG-Überobligatorium abgewendet
  • Pensionäre – BVG-Anrechnung bei VGKK-Beiträgen
  • Pensionäre – Besteuerung Deutscher Renten

Unsere Gäste

  • Stadtrat der Stadt Feldkirch Herr Wolfgang Matt
  • Rechtsanwalt Herr Mag. Jürgen Nagel
  • Steuerberater Herr Mag. Martin Feuerstein
  • Pensionistenverband Herr Dipl.-Bw. (FH) Hubert Lötsch
  • Pensionistenverband Herr Erich De Gaspari
  •  Landtagsabgeordneter Mag. Alexander Muxel

Die Veranstaltung auf Facebook und auf Xing.

Wir freuen uns auf viele Gäste! Bitte weitersagen!

Generalversammlung 2014